Die 5. Symphonie Beethovens ist wohl die Lieblingssymphonie aller Feldherren. Wir wissen, dass z.B. Napoleon sie von allen Beethoven-Symphonien am meisten geschätzt hat. Auch der Herr Hitler war immer sehr ergriffen.

Das strategische Moment ist im Kopfsatz unüberhörbar: Erst ein deutlicher, schicksalsschwangerer Aufruf in den Tutti-Schägen mit dem berühmten Klopf-Motiv (Beethoven selbst sagte angeblich darüber: ‚So klopft das Schicksal an die Pforte‘), aus dem das Hauptmotiv und auch das gesamte thematische Material der weiteren Sätze der Smphonie abgeleitet ist, wodurch die unübertroffene Gewschlossenheit des Werkes zustande kommt. Dieses Motiv bedeutet einen Weckruf und eine Initialzündung, ein fester, unerschütterlicher Entschluss. Man will dem Schicksal in den Rachen greifen.

Im weiteren Verlauf des Satzes folgt ein entschlossenes, schnörkelloses, gemeinsames Voranschreiten aller Kräfte und Stimmen ohne Abwege oder Ornamente, alles zieht an einem Strang und marschiert geschlossen vorwärts. Der Rhythmus und der Duktus ist fast die ganze Symphonie hindurch unbeirrt vorwärtsschreitend.

Dazwischen wird im Seitensatz mit dem in sich gekehrten zweiten Thema immer wieder innegehalten, der Weg wird überdacht und man besinnt sich kurz, bevor es weitergeht. Auch die knappe und prägnante Thematik wirkt militärisch, sie erinnert an die eindeutige Kommandosprache der Militärs, die auf den Kern der Botschaft beschränkt ist, damit keine Missverständnisse entstehen können. Nichts ist überflüssig und nichts lenkt von der Hauptsache ab, alles ist auf ein Ziel fokussiert und entschlossen, dieses zu erreichen. In dem neuen Thema am Ende der knappen Durchführung wird ein letztes Mal ausgiebig innegehalten, es werden Möglichkeiten erwägt und überdacht, bevor in der Reprise zum entscheidenden Schlag ausgholt wird.

Der zweite Satz ist ebenfalls heroisch im Ausdruck und zugleich trauernd, denn im Krieg gibt es auch Verluste. Das Heroische ist immer mit der Bereitschaft zum Opfer verbunden. Im Fußball ist ein Spieler ein Held, wenn er sich eine rote Karte oder eine Verletzung für den Sieg der Mannschaft einhandelt, während ein Held im Krieg sein Leben für die Kameraden und die Truppe zu opfern bereit ist.

Der dritte Satz wirkt dann teilweise bedrohlich, denn, wenn der Erfolg bereits von vornherein bestimmt ist, sieht es für die Sieger zwischenzeitlich immer auch mal weniger gut aus. Eine Prüfung, ob man des Sieges wert ist. Aber die Siegesfanfaren des Finales fegen dann schließlich alle Zweifel und Widersprüche weg. Der Sieg ist da. Denn unmittelbar vor dem großen Triumpf gibt es immer eine Phase der Zweifel und des Verzagens, die Zweifler und Defätisten werden laut und verschaffen sich mit ihrer Zersetzung des Geistes Gehör.

Die Musik kommt unmittelbar vor dem Einsetzen der Siegesfanfaren des Finales fast zum Stillstand und wird bis ins Pianissimo reduziert. Es wirkt verzagt, unsicher, suchend. Die Streicher machen mehrere, erst zaghafte Anläufe, und schließlich setzen sie sich durch. Denn der Sieg war nicht mehr aufzuhalten, er muss kommen, denn daraufhin ist die ganze Symphonie angelegt, weswegen man auch von einer Finalsymphonie spricht.

Ein Lied der Erde, eine Menschheitssymphonie. Die Menschheitsgeschichte kann als ein Kampf zwischen den Mächten des Lichts und den Mächten der Dunkelheit aufgefasst werden. Wer sich für die richtige Seite und den Triumph entschieden hat, der wird diesen erleben, das steht von vornherein bereits fest, denn das ist Gottes Plan, den er uns im Voraus mitgeteilt hat. Das ist also unausweichlich, es steht längst fest, wie wir alle wissen. Man muss nur bereit sein, entschlossen, unbeirrt und koninuierlich vorwärts zu schreiten. Dann erreicht man sein Ziel, das immer der Sieg und der letztendliche Triumph des Guten und des Lichts ist.