Der Heilige Geist

Der Heilige Geist ist eine immer wirksame schöpferische Kraft und ihrer Natur nach weiblich. Er wird auch Mutter des Universums genannt. Die indischen Traditionen wie die Upanishaden nennen ihn Brahman. Weil in der Bibel und im Koran wenig über sie zu finden ist, muss man auf andere Quellen zurückgreifen, wenn man mehr über ihre Natur, ihr Wesen und Wirken erfahren will. Eine sehr gute Quelle ist die kleine Schrift ‚Bronte‘ aus dem Nag-Hammadi-Fund, die eine kurze Rede des Heiligen Geistes über ihr eigenes Wesen und Wirken bietet. Eine weitere gute Quelle ist das Tao Te King des chinesischen Weisheitslehrers Laotse, denn auch beim Tao, das er umschreibt, handelt es sich um den Heiligen Geist. Das Te, das er ebenfalls umschreibt, ist die Weisheit, eine Erscheinungsform des Geistes, wenn er sich mit einem Menschen verbindet. Der Berufene, der in dieser Schrift oft erwähnt wird, ist der Messias, denn alles, was über ihn gesagt wird, trifft auf diesen zu. Er macht alles, was dort beschrieben wird. Es ist exklusives Wissen über ihn, das sich sonst wohl nirgendwo so deutlich und konzentriert findet.

Die Weisheit ist, wie gesagt, eine Erscheinungsform des Heiligen Geistes, in welcher sie sich mit den Menschen verbinden und diese erfüllen und leiten kann. Wer vom Geist erfüllt ist, hat keine Sorgen mehr und keine Plagen, er ist immer froh und vergnügt und er versteht und durchdringt alles. Er handelt nicht mehr nach den Wünschen und Begierden der Dämonen, was man oft das Selbst des Menschen nennt, sondern tut nur, was notwendig und angemessen ist, denn er wird vom Geist geleitet, nicht mehr von den eitlen Eingebungen der Dämonen, wie es sonst unter den Menschen gewöhnlich der Fall ist. Alles gelingt ihm wenn er nichts erzwingt und was er benötigt, kommt zu ihm. In den Upanishaden wird diese Erscheinungsform des Brahman, des Heiligen Geistes, ‚Atman‘ genannt, der Mensch kann diesen als sein Wesen annehmen. Er ist dann eins mit Brahman, weil der Atman ja Teil und eine Erscheinungsform von ihm ist.