Wo der Messias politisch-weltanschaulich stehen wird

In unserer Zeit, vor allem in den demokratisch verfassten Ländern, gilt es als das größte Vergehen, unpolitisch zu sein, denn es wird von jedem Bürger erwartet, sich zu irgendeiner Ideologie oder Partei zu bekennen und für diese bei Bedarf zu argumentieren. Dem Messias wird es aber nicht darum gehen, irgendeiner Ideologie oder Staatsform zum endgültigen und weltweiten Druchbruch zu verhelfen oder dafür zu streiten, sondern sein einziges Ziel wird es sein, dass in allen Ländern der Welt Gerechtigkeit herrscht und dass sich alle Politiker und Staatsorgane an das jeweils gültige Gesetz halten, denn die Erlösung der Menschen geschieht in der Praxis dadurch, dass überall wieder die Herrschaft des Rechts durchgesetzt wird. Weil die Länder und Kulturen unterschiedliche Traditionen und geistig-geschichtliche Hintergründe haben, wird das nicht dadurch gelingen, dass alle dasselbe System oder dieselbe Staatsordnung annehmen, denn wenn ein Volk und das politische System nicht zusammenpassen oder die Regierungsform vom Volk nicht gewollt ist, erreicht man keine langfristige Stabilität und es funktioniert in einem solchen fremdbestimmtem Land nichts richtig.

Demokratien und Autokratien haben beide sowohl Vorteile als auch Nachteile und sie sind nicht für alle Völker und Traditionen gleichermaßen geeignet. Auch ist es kein Geheimnis, dass die meisten Vorteile der Demokratie, die von demokratischen Politikern immer gelobt werden, heute nur auf dem Papier und in der Theorie bestehen, denn in der Praxis sind die meisten dieser Vorzüge entweder ausgehebelt oder sie werden durch die tatsächlich etablierten Verfahrensweisen umgangen. Z.B. findet eine wirksame Kontrolle der Verfassungsorgane in der Praxis nicht so statt, wie es in den Verfassungen eigentlich vorgesehen und vorgeschrieben ist, was wohl vor allem daran liegt, dass die Kontrollierenden und die Kontrollierten oft gemeinsame Interessen haben, etwa weil sie in derselben Partei sind. Auch die Meinungsfreiheit und auch die Pressefreiheit kann man nicht als vollständig umgesetzt ansehen, weil es bestimmte Haltungen und Positionen gibt, die davon ausgeschlossen sind und die man seriöser Weise nicht vertreten darf, ohne unter kollektive Ächtung aller anderen zu fallen und von ihnen geschlossen oder an den Rand gedrängt zu werden. Denn es herrscht in der Politik ein starker Gruppenzwang, sowohl innerhalb der Länder und der jeweiligen Prateienlandschaft, als auch international unter den Demokratien.

Die meisten Regelungen demokratischer Verfassungen sind gut gemeint und machen in der Theorie auch Sinn, nur fehlt in diesen Systemen eine Instanz, der die Regierenden letztlich verantwortlich sind, was zu viel Ineffizienz, Kompetenzstreigkeiten, Schuldzuweisungen und zu der Tendenz führt, dass man für Probleme kurzfristige und oberflächliche Scheinlösungen sucht, um schnell wieder aus dem Fokus und der Kritik zu kommen, weil man weiß, dass man die schädlichen langfristigen Folgen davon nicht mehr verantworten wird, weil dann die Nachfolger dafür geradestehen und mit den dadurch verursachten Problemen umgehen müssen. Durch solches kurzfristiges Denken, das auch dadurch gefördert wird, dass regelmäßig Wahlen mit dem Wechsel der Verantwortlichen stattfinden, entstehen dem Land und dem Steuerzahler viele Nachteile, die sich auch nicht abstellen lassen, weil sie systemisch bedingt sind. Auch die Presse trägt dazu bei und fördert durch ihre Berichterstattung und Kritikpraxis die Entwicklung und Verfestigung solcher Missstände. Vieles erfüllt seinen ursprünglichen und angedachten Zweck nicht mehr, sondern es haben sich Dynamiken und Konkurrenzsituationen gebildet, die die Akteure zwingen, nach ganz anderen Prinzipien und Maßgaben zu handeln, als es ihr Amt oder ihre Funktion eigentlich nach dem Gesetz erfordern würde. Z.B. werden viele Posten auch nicht nach bester Eignung der jeweiligen Anwärter vergeben, sondern nach ganz anderen Kriterien. Darauf angesprochen wird das jeder Politiker leugnen, aber jeder weiß, dass es so funktioniert.

Deswegen wird es in Zukunft eine überpolitische Instanz geben müssen, der die in demokratisch verfassten Ländern Regierenden verantwortlich sind und die eingreift, wenn Machtmissbrauch stattfindet. Denn es ist ebenfalls kein Geheimnis, dass heute überall, wo Macht ausgeübt wird, diese systematisch missbraucht wird, weil es niemanden gibt, der ein Interesse daran hat, dass das geahndet wird oder der dafür zur Verantwortung gezogen werden könnte. Das gilt in allen westlichen Demokratien und für alle Gesellschaftsbereiche, wie die Medien, den Sport, die Verwaltung und andere Behörden, die Politik, die Kultur, die Wirtschaft und alle übrigen Sektoren gleichermaßen.

In autoritär regierten Ländern gibt  es dagegen andere Missstände, die für Ungerechtigkeit sorgen, wie z.B. Willkür, Korruption oder Zwang und viele Unfreiheiten und auch den Hang der Machthaber dazu, keinerlei Einschränkungen ihrer Macht zu tolerieren, zu dulden oder zu achten, was ebenfalls schädliche Folgen hat, wie z.B. auch aggressives oder selbstherrliches Auftreten nach innen und außen. Trotzdem gibt es Länder, die mit einer solchen Regierungsform stabiler sind und letztlich wird es ohnehin so sein, dass in jedem Land das Volk selbst über seine Regierungsform entscheiden wird, weil sie diejenigen sind, die unter diesen Bedingungen dann leben müssen. Es wird also keine ideologischen oder systemtheoretischen Vorgaben für die zukünftige Ordnung geben, entscheidend ist allein, dass sich auf die jeweilige Weise Gerechtigkeit und Stabilität herstellen und dauerhaft aufrecht erhalten lässt.

Die Machtkonzentration in einer Person ist grundsätzlich kein Problem, wenn der Machthaber jemand ist, der das Gute gebietet und das Schlechte verwehrt und seine Macht dazu einsetzt, das Recht durchzusetzen. Wenn sich der Machthaber in seinen Entscheidungen von Gott leiten lässt und auch die Macht hat, diese dann durchzusetzen, hat sein Volk davon nur Vorteile. Deswegen war es z.B. auch ein Segen für Israel dass König Salomo sogar über die Tiere und die dämonischen Geister gesetzt war, denn er hat diese Machtfülle zum Wohl für sein Volk und zur Friedenssicherung verwendet. Heute ist man in dieser Hinsicht desillusioniert, man kennt solche Machthaber nicht mehr und jeder weiß dass die Erfahrung lehrt, dass die heutigen Regierenden oft vor allem ihre eigenen Interessen im Sinn haben, was aber nicht bedeutet, dass es auch immer so bleiben wird. Denn wie die heutige Lage in den Schriften genau so angekündigt ist, wie wir sie heute erleben, so ist es auch die zukünftige Entwicklung und diese wird so sein, wie es heute wohl fast niemand mehr zu hoffen wagte, denn die Hoffnungen der Menschen auf Heil werden sich bald erfüllen, auch wenn sie die meisten bereits aufgegeben haben mögen.

Am Ende können die Menschen solche Fragen ohnehin nicht entscheiden, weil niemand die nötigen Einsichten, den Weitblick und den nötigen Überblick hat, um solche Entscheidungen umsichtig zu treffen. Es wird im wesentlichen weiterhin so sein, wie es bisher war, dass alle Entwicklungen von Gott gelenkt und initiiert werden mit dem Zusatz, dass es immer eine begleitende Instanz unter den Menschen gibt, die seinen Willen in strittigen Situationen für die Menschen erfragbar und erkennbar macht und bei Bedarf durchsetzt. Vermutlich wird es ohnehin nicht viele Anlässe zu korrigierenden Eingriffen geben, weil die Regierenden bald selbst alles Leute sein werden, die sich in ihrem Handeln von Gott leiten lassen, denn es werden überall die Gerechten an die Macht kommen, so wie es in den Schriften angekündigt ist, denn ihnen wird die Welt zuletzt übergeben weil sie auch um ihretwillen und für sie geschaffen ist. Entweder werden also die heutigen Machthaber selbst gerecht oder sie werden bald abgelöst und ersetzt. Es wird in Zukunft nicht mehr der Ehrgeiz, die Gier, die eigenen Ansprüche oder die Skrupellosigkeit und die Bereitschaft zur Schlechtigkeit, Rücksichtslosigkeit  und zur Gewissenlosigkeit entscheiden, wer beruflich und gesellschaftlich aufsteigt, sondern allein die Rechtschaffenheit und die tatsächliche Eignung für die damit verbundene Verantwortung. Denn heute sind es nicht immer die Geeignetsten, die sich durchsetzen, im Gegenteil, die Mechanismen arbeiten im Moment so, dass die, die ihre Arbeit tatsächlich gewissenhaft und gut machen herausgedrängt werden, weil überall Leute den Ton angeben, die nichts können und die aus Neid und Missgunst alle anderen verleumden, anfeinden oder anschwärzen, die eigentlich geeigneter sind als sie selbst. So werden die Nichtskönner am Ende befördert und die Gewissenhaften, wenn sie sich gegen das Unrecht wehren, gelten als Querulanten oder als nicht teamfähig oder als aus anderen Scheingründen ungeeignet.

Der Messias wird auch politisch weder links noch rechts stehen, sondern er wird von jeder Denkschule diejenigen Prinzipien wählen, die sich bewähren, wodurch auch die vielen ideologischen Streitereien und Spaltungen innerhalb der Gesellschaften befriedet werden. Denn es gibt keine Denkrichtung die nur gute oder nur schlechte Überzeugungen oder Lösungen vertritt, sowohl linke als auch rechte Weltbilder haben sowohl nützliche als auch schadfördernde Elemente. Er wird also überparteilich und sozusagen überweltanschaulich denken und immer das fördern, was Gerechtigkeit, Ordnung, Frieden und Stabilität bewirkt. Er wird die Akteure mit Macht zwingen, sich an geltendes Recht zu halten und alle guten Vorsätze auch umzusetzen und es werden alle Missstände, die durch die vielen Abweichungen und Umgehungen entstanden sind, beseitigt. Auch werden einzelne unheilvolle Gesetze, die den heiligen Schriften widersprechen, wieder abgeschafft, denn mit solchen Regelungen ist kein Staat zu machen, denn sie fördern die Unordung und führen Dinge ein, die für jede Gesellschaft ihrer Natur nach schädlich sind, denn genau und allein dafür sind sie auch von ihrem Urheber, der sie den dafür empfänglichen Menschen aufschwatzt, gedacht. Menschen, die solche Dinge propagieren werden entweder umdenken oder ganz aus den Positionen mit Verantwortung verschwinden, denn wer die Gesetzlosigkeit zum Recht erklären will, der erweist sich als grundsätzlich ungeeignet für jede Form der Verantwortung.

Weil das Recht wieder zur Herrschaft kommt, werden dann auch alle Weltteile wieder gesegnet sein und es wird überall alles im Überfluss geben und keinen Mangel mehr. Das Land wird überall seine Bewohner ernähren und die Bodenschätze, die es überall gibt, werden den Bewohnern selbst zugute kommen. Es wird keine Ausbeutung und keine anderen Extreme und Ungleichgewichte mehr geben, jeder wird alles haben, was er braucht und wünscht. Man wird nicht mehr aus üblen Beweggründen handeln, man wird gar nicht mehr auf die Idee kommen, Schlechtes zu tun, weil der, der den Menschen derartige Motivationen eingegeben hat, dann weg ist. Alles Schadbringende und alles Unheil wird verschwunden sein, alle Übel wird man vergessen und alles, was die Wirklichkeit heute bestimmt und sie so düster und trüb gemacht hat, wird sein, als ob es nie gewesen wäre, denn die Urheber dieser Dinge unter den Menschen und unter den Dämonen werden verschwunden sein, man wird das alles nicht mehr finden. So ist es lange beschlossen und angekündigt und so wird es also kommen.