Woran erkennt man den Messias?
Über den Messias heißt es in der Schrift, dass ihm widersprochen werden wird, wenn er kommt. D.h. er wird mit aller Welt in Widerspruch stehen und mit niemand in irgendeiner Sache einer Meinung sein. Er wird keine Unterstützung unter den Menschen für seine Sache finden, sondern in allem allein auf Gott vertrauen, was aber auch genügt. Er ist dadurch nicht davon abhängig, von irgendwem als Messias akzeptiert oder bestätigt oder in ein Amt gewählt oder eingesetzt zu werden, sondern es ist allein die Unterstützung und Macht Gottes, durch die er Erfolg hat in dem, was er gemäß den Ankündigungen in den Schriften in der Welt wirken wird.
Viele Adressaten seiner Mahnungen und Urteile werden sich von ihm vor den Kopf gestoßen fühlen und sie werden seine Urteile als unangenehme, harte Rede empfinden. Denn die Freundlichkeit des Propheten ist die Schonungslosigkeit und Deutlichkeit seiner Kritik. Denn nur das Vorhalten der meist unbewussten Sünden kann den Menschen nützlich sein. Würde man sie für ihre Irrtümer und Sünden auch noch loben, was sie sich in der Regel wünschen und was sie ja auch wechselseitig untereinander tun, würden sie weiter in die Irre gehen und im Irrtum und in der Sünde verbleiben, letztlich ihnen selbst zum Schaden.
Wenn die Menschen sündigen oder auf andere Weise Torheiten begehen, haben sie dabei meist angenehme Gefühle, sie frohlocken, triumphieren oder jubilieren dabei innerlich, denn der Satan macht ihnen das Irregehen schön und süß. Würden die meisten Sünden nicht von solchen wohligen Gefühlen begleitet, würde niemand die Sünden begehen, weil es sich dabei meist um für sich genommen sinn- und nutzlose Dinge handelt die keinen realen Vorteil bringen, sondern auf mittlere und lange Sicht ausschließlich schaden und üble Folgen zeitigen. Würden die Sünden aber zumindest kurzfristig und unmittelbar keinen scheinbaren Vorzug haben, könnte keine Prüfung stattfinden weil es zum nützlichen Handeln keine wählbare Alternative gäbe denn niemand würde dann die Sünde für sich wählen weil sie ja nur Nachteile brächte. Mahner und Kritiker dieser bei ihrer Ausführung geliebten Torheiten und Sünden werden daher in der Regel als Spaßverderber oder Stimmungskiller abgelehnt und man meidet sie und sie sind nirgendwo willkommen weil sie mit ihrer deutlichen Kritik den Adressaten auf den Geist gehen. Denn wer den Sünder mahnt, der erntet Schimpf und Schande während einer, der nach Weisheit strebt, alle Hinweise dankbar annimmt.
Diejenigen unter den Menschen, die sich die Irreführer zum Freund genommen haben und alles tun, was diese wollen, können auf gerechtfertigte Kritik auch nicht anders als mit Ablehnung und Feindseligkeit reagieren, weil es für ihre falschen Freunde, also die Dämonen, dabei um die blanke Existenz geht. Denn diese können sich nicht bessern und haben deswegen auch gar kein Interesse daran. Sie sind schließlich nicht dazu da, sich selbst zu bessern oder dazu zu lernen, sondern ihre Aufgabe ist es, den Menschen, auf den sie angesetzt sind, genauso verkehrt zu machen wie sie selbst sind und ihn gerade davon abzuhalten, gläubig zu werden. Deswegen lehnen sie und damit auch die Menschen, die auf sie hören, alles, was wahr, richtig und nützlich ist grundsätzlich und kategorisch ab. Die einzige Möglichkeit, dass sich ein Mensch unter ihrem Einfluss bessert, ist also, dass man ihm deutlich macht, dass er auf Mächte hört, die zu seinem Schaden geschaffen sind und nur dazu da sind, ihn irrezuführen und zu verderben. Nur durch diese grundlegende Einsicht kann bewirkt werden, dass die Betroffenen berechtigte Kritik annehmen und dass das auch positive Folgen für sie zeitigt. Es hilft also nur die Erkenntnis der Wahrheit, denn wenn die Wahrheit über die üblen Geister offenkundig wird, verlieren sie ihre Macht, lassen von ihrem Opfer ab und lösen sich auf.
Es ist also die wichtigste Aufgabe aller Gesandten, den Leuten immer genau das deutlich zu machen, was sie am wenigsten hören wollen, weshalb die Propheten unter den Menschen immer allein standen und wie auf verlorenem Posten gewirkt haben, weil sie mit aller Welt in Widerspruch und Hader waren. In den biblischen Prophetenbüchern finden sich viele Stellen, wo sich der Prophet darüber beklagt. Das ist das Los aller Gesandten, sie müssen um ihrer Sendung willen auf fast alle irdischen Vorzüge verzichten und der Welt und ihren Annehmlichkeiten fast vollständig entsagen. Im Koran findet sich dazu mehrfach die Aufforderung an Mohammed, sich ganz seinem Herrn zu widmen. Sie dürfen nichts anderes mehr verfolgen als ihren Auftrag und müssen alle anderen Verpflichtungen/Verflechtungen aufgeben.
Viele Adressaten von prophetischer Kritik empfinden die Mahnungen als Feindseligkeit und Affront und nicht als nützliche Hilfe, was sie tatsächlich sind, was wiederum zu feindseligen Reaktionen und Zurückweisung führt. Alle Propheten wurden deswegen von ihren Mitmenschen und den Mächtigen unter ihnen verfolgt, wobei sie bei allen Nachstellungen aber nicht daran gehindert werden konnten, ihrer Sendung weiterhin nachzugehen. Denn es ist ja nicht ihr eigener Plan, den sie ausführen und nicht ihre eigene Meinung oder Sichtweise, die sie äußern. Sie haben sich das nicht selbst ausgedacht, sondern Gott bewirkt durch sie seinen Willen und wenn er seinen Gesandten nicht schützen und stützen würde, könnte dieser den Plan nicht ausführen.
In der Schrift gibt es in diesem Sinne auch die Aufforderung an den Messias: Herrsche inmitten deiner Feinde! Und dass Gott kein Gefallen an ihm haben würde, wenn er vor eventuellen Widersachern oder Gegnern zurückwiche. Denn er wird bei seinem Wirken von Feinden umgeben sein, aber trotzdem wird ihn niemand am Wirken hindern können. Denn der Ausgang der Sache steht längst fest und es gibt niemanden, der Gottes Plan vereiteln könnte.
Auch daran wird man also den Messias erkennen: Dass er sich für seinen Erfolg und seinen Schutz allein auf Gott verlässt und unter den Menschen keinerlei Verbündete oder Unterstützer hat. Er macht sich mit seinen Verlautbarungen viele, auch mächtige, Feinde die aber kein Mittel gegen ihn finden. Alle seine Macht erhält er von Gott und nicht dadurch, dass er unter den Menschen ein bestimmtes Amt bekleidet oder eine hohe gesellschaftliche Stellung innehat. So ist es u.a. auch bei Jesaja angekündigt.