Es gibt in der Welt viele Dinge, die ein Mensch mit seinem Wissen nicht umfasst und so auch nicht beurteilen kann, weshalb er es auch unterlassen soll, sich Urteile darüber anzumaßen. Eines dieser für uns Menschen mitunter unmöglichen Urteil ist, ob jemand anderes ein Sünder oder ein Freund Gottes ist. Denn das können wir aus unserer Perspektive nicht erkennen und nicht entscheiden. In den Schriften wird diese Sache an vielen Stellen verdeutlicht, so heißt es im Evangelium z.B. dass man nicht vor dem Gericht bereits ausgehen soll, um das Unkraut zwischen dem Weizen zu jäten, d.h. dass man entscheidet wer von den Menschen zum Weizen gehört und wer zum Unkraut, weil diese Unterscheidung für uns Menschen nicht möglich ist. Auch kann man diese Entscheidung, wer rechtgeleitet ist und wer in die Irre geht, nicht aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Gruppe treffen, denn Jesus sagt an anderer Stelle auch, dass von Zweien, die mit derselben Mühle mahlen einer mitgenommen wird und einer im Gericht zurückbleibt, was sich auf alle Gruppen ausweiten lässt, die sich von Menschen bilden lassen: Von zwei Imamen, Bischöfen, Rabbinern wird einer mitgenommen und einer bleibt zurück, von zwei Schwerkriminellen, Mitgliedern einer Sportmannschaft oder politischer Parteien, von einer Gruppe von Dieben usw… Von allen gilt: Einer wird mitgenommen und einer bleibt zurück. Auch im Koran wird dieses Prinzip mehrfach erwähnt, z.B. indem die Insassen der Hölle unter sich verwundert sind, dass dieser oder jener nicht mit ihnen in der Hölle ist, wo sich jeder sicher gewesen sei, dass dieser gewiss nur in der Hölle sein könne. Stattdessen sind sie selbst darin.
Diese Unterscheidung, die dem Menschen also nicht möglich ist, weil er nicht über die nötigen Informationen und Kenntnisse verfügt, und vor der jeder Gottesfürchtige deshalb auch intuitiv zurückschreckt, ist die Grundlage für alle Gräeueltaten, die radikale Islamisten, z.B. Terrormilizen begehen. Denn sie denken, dass ihre Taten legitim oder sogar von Gott gewollt seien, weil ihre Widersacher ja pauschal angebliche Sünder, in ihrer Terminologie ‚Ungläubige‘ seien. Darum sei ihnen gegenüber alles erlaubt.
Was sie dabei eigentlich tun ist, dass sie eine Beigesellung begehen, d.h. sie stellen sich selbst oder die Gelehrten, von denen sie diese Lehren übernehmen, an die Stelle Gottes, weil diese Entscheidungen nur Gott fällen kann und kein Gelehrter. Denn für einen Menschen ist es unmöglich zu Wissen, ob jemand während seines Weges auf der Erde von Gott geleitet oder verworfen ist. Viele, die sich gern die Aura von Rechtschaffenheit, Frömmigkeit und Gelehrsamkeit geben, sind in Wahrheit Übertreter der Gebote und anderen, die von ihnen oft dafür geschmäht werden, haben Gottes Gunst.
Es ist im Isalm verboten, jemanden ohne rechtliche Grundlage zu töten und den Attentätern z.B. ist es gar nicht möglich, das sicher festzustellen, weil sie ja gar nicht wissen, wen genau sie umbringen. Hier ist es also offensichtlich, dass diese Attantate niemals nach Recht und Gesetz stattfinden, sondern sich der Attentäter immer schwere Sünde erwirbt. Denn es scheint ihm egal zu sein, ob er Unrecht begeht und die meisten von ihnen wissen es auch, dass es offenbare Sünde ist, was sie da tun. Darum rechtfertigen sie sich fast immer dafür, was nicht nötig wäre, wenn sie rechtlich handeln würden.
Eine weitere Grundüberzeugung von Jihadisten und radikalisierten Muslimen ist es, dass es ihr Auftrag wäre, weltweit die Scharia einzuführen. In ihren Augen ist das eine Absicht, die gar nicht getadelt werden kann, sondern von vornherein nur als absolut gut zu bewerten ist, denn sie helfen ja Gottes Recht zur Gültigkeit. Wenn dem so wäre, dann stellt sich die Frage, warum das, was sie für Gottes Gesetz halten, nicht längst überall gültiges Gesetz ist? Denn Gott hätte laut Koran die Menschen längst oder von Beginn an zu einer einigen Gemeinde machen können, wenn er das gewollt hätte. Er kann das auch jetzt oder jederzeit tun. Er wollte es aber gar nicht, weil diese tatsächliche Ordnung Aufgaben erfüllt, die sich in einer einigen Menschheit nicht verwirklichen ließen. Denn die Menschen sollen in dieser Welt aneinander geprüft werden und sind so geschaffen, dass sie einander Feind sind, d.h. sie sind Rivalen, Konkurrenten usw. Das alles dient der Prüfung, die laut Koran ein wichtiger Zweck dieser Schöpfung ist.
Auch sagt der Koran, dass Gott die ganze Welt regiert, gleichgültig welche Regilion in einem Land praktiziert wird, denn die vielen verschiedenen Anbetungsweisen, die sie befolgen haben die Menschen alle von Gott erhalten. Wenn jetzt in einem christlichen Land die Scharia eingeführt wird, oder das, was diese Eiferer dafür halten, dann hat Gott keinen Vorteil davon, denn er herrscht in diesem Land ja längst. Der einzige der einen Vorteil von einer solchen Ausdehnung des islamischen Territoriums hätte, weil sich dann sein Herrschaftsgebiet erweitern würde, ist Iblis, weil dieser bekanntlich nur für die Muslime zuständig ist. Darum haben die Teufel und Satane auch immer diesen Drang, sich und ihr Territorium auszudehnen und wer ihnen folgt, hat daran Anteil. Jeder unter den Muslimen, der es für seine Aufgabe hält, weltweit die Scharia zur Gültigkeit zu bringen, wie z.B. die Anhänger der Muslimbruderschaft, sind dieses Geistes Kind, denn sie erfüllen die Begierden des Teufels.
Hier eine kurze Liste von Handlungen und Urteilen, die bewirken, dass sich der Mensch an Gottes Stelle setzt:
Jemanden heilig sprechen oder verdammen
Jemanden zum Sünder oder Freund Gottes erklären, dem nicht widersrochen werden kann (z.B. berühmte Gelehrte)
Jemandem oder sich selbst die Hölle oder das Paradies zusprechen
Eine endgültige oder über jeden Zweifel/Widerspruch erhabene Deutung von Schriftstellen geben oder zu behaupten, die Bedeutung eines Verses selbst mit Sicherheit und unter Ausschluss anderer Deutungen zu kennen
Zu behaupten, man wisse die Zukunft definitiv z.B. aus der Lektüre der Schriften
Wissen zu wollen, wie genau sich eine Vorhersage erfüllen muss und es dann ablehnen, wenn es anders geschieht, weil man selbst dadurch widerlegt und als unwissend offenbar wird
Sich erhaben über andere Menschen wähnen aus welchem Grund auch immer, z.B. weil man eine andere Religion hat als diese. Denn Gott hat laut Koran allen Völkern ihre Art der Anbetung gegeben und Gott schafft nichts was er hasst
Sich selbst oder andere rein oder schuldig sprechen, d.h. z.B. zu behaupten, man würde nur aus guten Motiven handeln auch wenn es offenkundig üble Folgen hat, was man tut