Putin wirkt in seiner Lösungssuche so, als würde er versuchen, die Lösung mit demselben irregeleiteten und gewaltaffinen Stärke-/Schwäche-Denken zu finden, das ihn erst in diese ungünstige Lage gebracht hat.
Tatsächlich sollte er Stärke und Schwäche nicht als Optionen militärischer Gewalt betrachten, denn hierin ist er bereits gescheitert, sondern als sittliche und moralische Kategorien. Das ist sein letzter Ausweg, indem er seine Niederlage auf dem Schlachtfeld eingesteht und zur Vermeidung weiterer Opfer und weiterer Zerstörung einen Frieden anbietet, der eigentlich nicht seinen bisher kommunizierten (unrealistischen) Forderungen entspricht.
Das würde für ihn zunächst in den Kreisen, in denen er sich bewegt, einen Gesichtsverlust bedeuten, für die Geschichtsbücher wäre sein Name und sein Andenken aber wieder reingewaschen und er könnte mit reinem Gewissen hinüberscheiden und er müsste keine panische Angst vor dem Tod und dessen Folgen mehr haben. Denn er hat seinen Fehler ja eingestanden und wieder gut gemacht, so gut es eben ging.
Alle anderen Optionen bedeuten für ihn selbst die Verdammnis und sein Andenken wird in den Geschichtsbüchern und von den Russen verflucht sein. Putin hat immer noch die Wahl, wenn die Optionen auch immer mehr schwinden.
Schreibe einen Kommentar
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.